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 Presseinformation 2006-07

Seit 15 Jahren ehrenamtlich im Einsatz

Schnelleinsatzgruppe des Roten Kreuzes feierte kleines Jubiläum

Erlangen, 22.11.2006. Vor gut 15 Jahren, im Mai 1991, wurde die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Erlangen Stadt des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) gegründet. Wegen des kleinen Jubiläums fand am vergangenen Mittwoch Abend eine kleine interne Feierstunde statt.Als im Januar dieses Jahres bei einer Explosion in Herzogenaurach 38 Menschen verletzt wurden, war die SEG Erlangen mit 24 Einsatzkräften ebenso zur Stelle wie bei den Hilfseinsätzen während des Elbehochwassers 2002 oder des Hochwassers in Südbayern 2005. Alle Helfer leisten dabei die Einsätze, Übungen oder die Materialpflege ohne Bezahlung ehrenamtlich in ihrer Freizeit.
Die SEG soll den Rettungsdienst bei einer größeren Anzahl von Verletzten oder bei lang andauernden Einsätzen unterstützen. Denn die Vorhaltung des Rettungsdienstes orientiert sich immer am durchschnittlichen Einsatzaufkommen und stößt dadurch in diesen Situationen an ihre Grenzen.
Typische Einsätze aus der Vergangenheit waren Brände in Altersheimen und Kliniken, zum Beispiel der Bettenstation B10 der Erlanger Chirurgie im Oktober 2002 oder der Grundschule in Uttenreuth im November 2002. Auch bei Glatteisregen oder Geiselnahmen kam die SEG bereits zum Einsatz, um den Rettungsdienst zu entlasten. Und als sich im April 2004 auf der A3 ein Gefahrgutunfall ereignete, stellte die SEG Erlangen mit zwei Rettungswagen die medizinische Absicherung der bergenden Feuerwehrleute sicher.

Gäste der Feier waren neben dem Leiter der SEG, Hermann Schönstein, und vielen aktiven Helfern auch Vertreter des BRK Erlangen wie der stellvertretende Rettungsdienstleiter, Thomas Heideloff, anwesend. Heideloff: "Als Einsatzleiter vor Ort ist es für mich immer beruhigend zu wissen, dass bei einer möglichen Eskalation der Lage schnell weitere Einsatzkräfte, Transportkapazitäten und Material durch die SEG bereitgestellt werden können." Als ehemaliges Mitglied der Herzogenauracher SEG wisse er zudem, wie viel zeitlichen Aufwand jeder einzelne Helfer für die zusätzlichen Qualifikationen und die Übungen aufbringen müsse.
Lobende Worte fand auch Volker Nachtmann, Katastrophenschutzbeauftragter des BRK Erlangen, der auch Glückwünsche der Kreisbereitschaftsleitung überbrachte: "Gerade der Einsatz in Herzogenaurach zu Beginn dieses Jahres hat gezeigt, dass die SEG Erlangen schnell und effektiv zum Einsatz kommt. Das Konzept hat sich bewährt."

Aktuell sind 34 Helfer der Bereitschaft Erlangen 1 in der SEG zusammengefasst, davon sind sechs Ärzte. Die meisten der Helfer werden im Alarmfall über einen Funkmeldeempfänger ("Piepser") erreicht, als Rückfallebene und Ergänzung dient ein automatisches Telefonalarmierungssystem, das die Helfer über SMS und Anrufe auf Mobiltelefone über einen Einsatz informiert.
Nach der Alarmierung begeben sich die Helfer zur Katastrophenschutzgarage des Erlanger Roten Kreuzes in der Henri-Dunant-Straße und melden sich über Funk bei Rettungsleitstelle in Nürnberg. Im Regelfall sind etwa 15 bis 20 Helfer nach einer Viertelstunde einsatzbereit.Für ihre Einsätze kann die SEG neben den dienstfreien Rettungsfahrzeugen des BRK-Kreisverbands auf zwei eigene und zwei vom Bund im Rahmen des Katastrophenschutzes bereitgestellte Fahrzeuge zurückgreifen. Diese sind speziell für die Anforderungen einer größeren Anzahl von Verletzten ausgestattet. So kann mithilfe von Zelten und einem Notstromaggregat binnen weniger Minuten ein Behandlungsplatz zur Versorgung von bis zu 30 Patienten aufgebaut werden. Ziel ist dabei, eine Verlagerung der Katastrophe vom Ort des Geschehens ins Krankenhaus zu vermeiden. Vielmehr sollen die Patienten in dem Behandlungsplatz durch SEG-Helfer und -Ärzte erstversorgt und stabilisiert werden. Anschließend findet ein koordinierter Transport in verschiedene Krankenhäuser der Umgebung statt, um die Notaufnahmen der einzelnen Kliniken nicht zu überlasten. In jedem Fahrzeug befinden sich zusätzlich Rucksäcke zur Erstversorgung von Patienten in unwegsamem Gelände, zwei der Krankenwagen sind mit automatischen Defibrillatoren zur Behandlung von Herzkammerflimmern ausgestattet.

Als kleines Dankeschön für ihre Bereitschaft, immer wieder Freizeit für die Einsatzbereitschaft zu opfern, erhielten die anwesenden SEG-Helfer eine neue Fleece-Jacke mit dem Emblem der SEG Erlangen. Doch auch die Gäste hatten Geschenke dabei: Vom stellvertretenden Rettungdienstleiter Thomas Heideloff erhielt die SEG eine neue Sondersignalanlage für eines ihrer Fahrzeuge und die Kreisbereitschaftsleiterin Elke Hartmann überbrachte eine große Tüte Gummibärchen zur Stärkung bei künftigen Einsätzen.

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Verfasser und weitere Informationen
Daniel Salleck
presse@b1-erlangen.de